Hintergründe

Nicht nur reden… auch was machen!

Das DBU-Projekt „Öffentliches Land“ als Motor für eine nachhaltigere Landwirtschaft“ wurde von der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur zusammen mit dem Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald von 2016 bis 2020 durchgeführt. Es wurde unterstützt und getragen von der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, der Universität Greifswald, der Peter-Warschow-Sammelstiftung, der Domgemeinde St. Nikolai und zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben.

Maßnahmen und Aufgabenstellungen waren:
• umweltethisches Gutachten, das Begründungen für das (gemeinsame) Handeln von Akteuren – im vorliegenden Fall Flächeneigentümern und Flächenpächtern – im Interesse einer nachhaltigeren Landwirtschaft bietet
• Entwicklung und Erprobung konkreter Maßnahmen und Verfahren zur Steigerung der Biodiversität in der Agrarlandschaft
• und – last but not least – Umsetzungen in der Fläche.
Es wurde in mehreren ökologischen Qualifizierungsarbeiten zum Zustand der Arten, Artengruppen und dem Strukturreichtum der agrarisch geprägten Lebensräume im Projektgebiet geforscht. Mehrjährige Blühstreifen, Sandhügel und Brachen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Wildbienen und Ackerwildkräutern wurden entwickelt und erprobt. Das Projektteam legte ein Bestäubungsexperiment im Raps an, führte Befragungen von Imkern und Landwirten zur Etablierung von Blühstreifen im Projektgebiet durch. Es wurden auch Aspekte des Einsatzes und Verzichts bzw. Alternativen der Nutzung von Glyphosat und Neonikotinoiden bei den Landwirten erfragt. Die Landwirtschaftsbetriebe lernten die neue Möglichkeit der Betriebsnaturschutzberatung kennen. Der Fachbeirat half bei wichtigen Sachfragen.
Es stieß intensive Diskussionsprozesse an, bewirkte ein Nachdenken in Institutionen, Gremien und Köpfen und löste spürbare Veränderungen im Handeln Einzelner aus. Auf Basis der gewonnenen Daten und Erfahrungen konnten in verschiedenen Gremien und im Plenum gemeinsame Beschlüsse gefasst werden. Insbesondere wurde ein Leitbild und ein Kooperationsmodell entwickelt.

Im Februar 2020 wurde mit dem Verein „Greifswalder Agrarinitiative e.V.“ eine Nachfolgestruktur für das DBU-Projekt gegründet. Drei Landeigentümer und 37 Pachtbetriebe finanzieren mittlerweile gemeinsam eine Geschäftsstelle. Das Thema „Nachhaltige Landwirtschaft“ ist und bleibt in Greifswald Gegenstand eines stetigen Entwicklungsprozesses. Die Schlagworte „kooperativ – wissensbasiert – wertorientiert – landschaftsbezogen“ die im DBU-Projekt als sogenannter „Greifswalder Ansatz“ geprägt wurden, sind das Leitmotiv des Vereins.